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NaWi-Zentrum

Beim Altkollegianertreffen 2022 am Kolleg St. Blasien wurden die Neubaupläne eines Naturwissenschaftlichen Zentrums am Kolleg St. Blasien der Kollegsöffentlichkeit vorgestellt. Kollegsdirektor P. Hans-Martin Rieder SJ präsentierte erstmals Pläne und Computersimulationen des Bauprojekts, mit dem das schulische Angebot am Kolleg St. Blasien entscheidend weiterentwickelt wird.

Das NaWi-Zentrum wird am östlich des Hauptgebäudes bestehenden Shed-Platzes errichtet. Es enthält Unterrichtsräume, Labore, Werkstätten sowie Sammlungs- bzw. Vorbereitungsräumen für die Fächer Chemie, Physik, Biologie und NWT. Zudem gibt es großzügige Arbeitsbereiche für Kleingruppen, so dass innovative pädagogische Lernkonzepte vielfältig umgesetzt werden können. Mit dem Neubau werden die veralteten naturwissenschaftlichen Räume im Bestand ersetzt, eigene Räumlichkeiten für das Profilfach NWT bereitgestellt und im Hauptgebäude dringend benötigter Platz für weitere moderne Klassenzimmer geschaffen.

 

 

Im Zentrum aller Überlegungen steht die Entwicklung einer optimalen Lernumgebung für die Kollegianer. Mit dem Neubau können die naturwissenschaftlichen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler gezielt gefördert werden. Nicht zuletzt wird dadurch eine didaktische und wissenschaftliche Antwort auf die vierte Präferenz des Ordens („der Sorge um das gemeinsame Haus“) geben, womit der Schutz der Umwelt und eine nachhaltige und ressourcensparende Lebenshaltung gemeint sind. Durch eine zeitgemäße und innovative naturwissenschaftliche Ausbildung legt das pädagogische Konzept des Kollegs bei der nächsten Generation den Grundstein dafür, dass diese für die Herausforderungen unseres Zeitalters vorbereitet werden, naturwissenschaftliche Zusammenhänge besser verstehen und Lösungsansätze kennenlernen. Damit wird die Basis geschaffen, damit die Schülerinnen und Schüler in ihrem weiteren (Berufs-)Leben an der Gestaltung einer nachhaltigeren und gerechteren Welt aktiv mitwirken können. Eine fundierte naturwissenschaftliche Ausbildung ist – gemeinsam mit der sprachlichen und geisteswissenschaftlichen Ausbildung am Kolleg – die Grundlage dafür, dass ein reflektierter und intensiver Dialog von Glauben und Naturwissenschaft stattfinden kann. Diesen Diskurs gilt es gerade in einer zunehmend säkularen Gesellschaft auszuweiten und neu zu fundieren. 

Zudem schafft die Weiterentwicklung des naturwissenschaftlichen Profils am Kolleg die Grundlage dafür, dass das Kolleg ein attraktiver Kooperationspartner für die High-Tech Mittelstandsfirmen der Region wird. 

Durch den Neubau entstehen attraktive Arbeitsplätze für Lehrerinnen und Lehrer sowie pädagogisch geschulte Quereinsteiger aus naturwissenschaftlichen Berufen. In einem sich immer mehr zuspitzenden Wettbewerb um talentiertes Lehrpersonal ist dies ein entscheidender Faktor, um künftige Kolleginnen und Kollegen zu motivieren, im Hochschwarzwald zu arbeiten. 

Mit dem Neubau erfolgt eine grundlegende und notwendige Neuordnung des Shed-Platzes. Die Freiflächen des Shed-Platzes um das NaWi-Zentrum werden so gestaltet, dass sich vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für soziale Interaktionen der Kollegsgemeinschaft ergeben können. Zugleich erfolgt eine Campus-Gestaltung, so dass das Hauptgebäude, das NaWi-Zentrum, das Musikhaus, die Sporthalle, der Sportcampus und der Schulgarten eine harmonische und dem historischen Gesamtensemble angemessene Einheit ergeben.

Konzipiert wurde der Neubau durch das Freiburger Architekturbüro Spiecker Sautter Lauer, welches seit vielen Jahren am Kolleg Projekte realisiert und insbesondere im Schulbau und im Bau mit nachhaltigen Rohstoffen eine herausragende Expertise hat. Zudem wird die architektonische Planung von der Gestaltungskommission Bauwerk Schwarzwald e.V. begleitet, damit die Weiterentwicklung des Kollegsgeländes mit dem architektonisch einzigartigen und schützenswerten Hauptgebäude um den Dom und den verschiedenen Nebengebäuden höchste Maßstäbe erfüllt.  

Dementsprechend sind für den Entwurf die unmittelbare Nachbarschaft zu dem Kulturdenkmal von überregionaler Bedeutung und der Wunsch nach einer baulichen Anbindung an den Bestand prägend. In historischer Darstellung ist zu erkennen, dass der Ostseite des Klostergebäudes eine barocke Gartenanlage vorgelagert war, von der heute noch die Umfassungsmauer und ein Gartenpavillon vorhanden sind.

Die nutzungsspezifische Anforderung, sämtliche Räume möglichst auf einer Ebene anzuordnen und die Auflage der Denkmalpflege die Ansicht der Gesamtanlage so wenig wie möglich durch den Neubau zu beeinträchtigen führten zu dem Entwurf eines oberirdischen eingeschossigen Gebäudes mit weit auskragendem, begrüntem Flachdach, dessen Anmutung mehr an ein Element der Gartengestaltung erinnert als an einen fest gefügten Baukörper. Unterstrichen wird diese Leichtigkeit durch die Wahl von Holz als sichtbarem Baumaterial und großflächiger Verglasung für die Fassaden. 

Das neue NaWi-Zentrum ist auf einen Fach- und Jahrgang übergreifenden Unterricht mit Schausammlungen und Gruppenarbeitsbereichen ausgelegt, die eine Umsetzung zeitgemäßer pädagogischer Ansätze fördert und auf deren Weiterentwicklung reagiert werden kann. Erreicht wird dies durch multifunktionale nutzbare Flurzonen und flexible Trennwände zwischen den Unterrichtsräumen. Das große Vordach bietet sonnengeschützten Raum für Unterricht im Freien.


Unter dem Neubau wir eine Tiefgarage für ca. 80 Fahrzeuge das besonders in den Wintermonaten bestehende Parkplatzproblem lösen und für einen trockenen Zugang ins Gebäude sorgen. Außerhalb der Unterrichtszeiten soll diese Tiefgarage auch für Besucher von Dom und St. Blasien nutzbar werden.

Durch die Verwendung von modernster Gebäudetechnik ist ein möglichst niedriger und effizienter Energieverbrauch gewährleistet. Der flache Neubau wird als hochenergieeffizientes Gebäude errichtet (Kfw 40). Die vertikale Außenhülle besteht überwiegend aus einer 3-Scheiben Isolierverglasung, das Dach erhält eine Gefälledämmung. Eine Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung verringert den Heizwärmebedarf zusätzlich und sorgt auch im Winter für eine gute Luftqualität in den Unterrichtsräumen. Die Energieversorgung erfolgt durch Anbindung an die bestehende Hackschnitzel-Heizzentrale des Kollegs auf dem Gelände.

Auf dem Dach des Neubaus wird eine Photovoltaikanlange vorgesehen, die bis zu einem Drittel des gesamten Kollegs-Strombedarfs erzeugen kann. Damit wird der Neubau in das künftige Gesamtenergiekonzept des Kollegs integriert, welches bis spätestens 2030 eine klimaneutrale Versorgung vorsieht. 

Die Umsetzung dieses Projekt erfordert einen Finanzbedarf von ca. 13 – 15 Mio. €. Die Finanzierung, die in den nächsten Monaten sichergestellt werden muss, beruht auf den Unterstützungen der Träger des Kollegs, staatlicher Zuschüsse für den Schulbau, Eigenmittel und privater Spenden der Altschüler, Freunde und Förderer des Kollegs. 

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Broschüre NaWi-Zentrum Broschüre NaWi-Zentrum
BZ-Presseartikel (11.10.2022) BZ-Presseartikel (11.10.2022)
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