Mit Freude forschen und entdecken

Das Kolleg St. Blasien hat zum Schuljahresbeginn 2025/26 sein neues Zentrum für Naturwissenschaften eröffnet. Seither finden dort alle naturwissenschaftlichen Unterrichtsfächer und Arbeitsgemeinschaften statt. 

Mit dem Pater-Schall-Zentrum (PSZ), benannt nach dem Astronomen-Jesuiten Johann Adam Schall von Bell, stärkt und schärft das Gymnasium mit Internat sein naturwissenschaftliches Bildungsangebot in besonderem Maße. An diesem lernfreundlichen Ort können junge Menschen Begeisterung für Naturwissenschaften erleben, Selbstvertrauen gewinnen, größere Zusammenhänge erkennen sowie einen potenziellen Einstieg in MINT-Berufe finden. 

"Wer die Welt verstehen will, muss naturwissenschaftlich denken können."

Pater Hans-Martin Rieder SJ, Kollegsdirektor

Optimale Lern- und Lehrumgebung

Das Zentrum für Naturwissenschaften ist hell, riecht nach Holz und ist überraschend ruhig.

In unserer komplexen Welt wird es für Kinder und Jugendliche immer wichtiger, naturwissenschaftliche und technische Zusammenhänge zu verstehen. Mit dem Zentrum für Naturwissenschaften schaffen wir für unsere Schülerinnen, Schüler sowie ihre Lehrkräfte beste Voraussetzungen, um praxisorientiert lernen und lehren zu können. 

Die hellen, multifunktionalen Unterrichtsräume für die Fächer Chemie, Physik, Biologie und NIT samt hochwertig ausgestatteter Labore und Werkstätten ermöglichen zeitgemäße Pädagogik: Die Kinder und Jugendlichen lernen hier in Ruhe, bewegen sich freier, experimentieren, forschen – eigenverantwortlich und in der Gruppe. Die besondere Lernatmosphäre soll es ihnen leicht machen, einen Zugang oder sogar Begeisterung für naturwissenschaftliche Themen zu entwickeln.

Videoclip: Drohnenflug durch das Zentrum für Naturwissenschaften

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Besonderheiten im Pater-Schall-Zentrum

Das Pater-Schall-Zentrum wertet den naturwissenschaftlichen Unterricht auf.

Das Zentrum für Naturwissenschaften zeichnet sich durch einige bauliche, technische und konzeptionelle Besonderheiten aus, die den naturwissenschaftlichen Unterricht über den Standard hinaus positiv beeinflussen:

Die neuen naturwissenschaftlichen Klassenzimmer sind in sich geschlossen, aber offen und flexibel veränderbar. Einzelne Wände sind entgrenzbar, sodass sich die Räume nach innen und außen erweitern lassen. Zum Beispiel gibt es Glasschiebetüren, die einen direkten Zugang nach draußen ermöglichen und bewegliche Trennwände, die zwei reguläre Klassenräume zu einem großen machen.

Für realistische Einblicke in die Forschungsarbeit müssen Schulklassen nicht mehr nach Freiburg ins Labor fahren. Beispielsweise bietet ein Gelelektrophorese-System, das die Jugendlichen selbst bedienen dürfen, wertvolle Einsicht in chemische und mikrobiologische Prozesse. Die Unterrichtsräume für NIT sind Klassenzimmer und Werkstatt in einem. An Schultischen, die gleichzeitig Werkbänke sind, können die Schülerinnen und Schüler theoretische Inhalte direkt praktisch umsetzen.

Das Zentrum für Naturwissenschaften wird mit seiner Architektur, Bauweise und technischen Ausstattung zum lebendigen Anschauungsobjekt. Wenn es im Unterricht beispielsweise um Statik, Sensorik oder erneuerbare Energien geht, können sich Unterrichtseinheiten direkt auf das Gebäude beziehen. Für die Schülerinnen und Schüler wird der Transfer von der Theorie zur Praxis leichter, wenn sie es an „ihrem“ Gebäude sehen, erleben und ausprobieren können.

Die Technikausstattung im Zentrum für Naturwissenschaften wächst kontinuierlich über den Standard hinaus. Dank Spenden und Kooperationen konnten die naturwissenschaftlichen Fachschaften beispielsweise schon in einen 3D-Drucker und einen Lasercutter investieren. Die Schülerinnen und Schüler werden so bereits an Maschinen und Verfahren herangeführt, die die Industrie nutzt.

Im Zentrum für Naturwissenschaften ist nicht alles neu: Die teils Jahrzehnte alte Schausammlung, bestehend aus Pflanzen- und Tierpräparaten, ist mit umgezogen. In mühevoller und vorsichtiger Detailarbeit hat die Biologie-Fachschaft gut erhaltene Anschauungsmodelle auf den Umzug vorbereitet. Die Schülerinnen und Schüler stehen nach wie vor fasziniert vor dem Elefantenschädel, dem Faultier oder einem Kranich, der fast so groß wie sie selbst ist.

Große, bewegliche Glastüren an den Außenseiten der ebenerdigen Klassenräume ermöglichen Unterricht an der frischen Luft. Bei gutem Wetter können die Lehrkräfte den Unterricht sogar ganz nach draußen verlagern: Leichte, flexible Tische machen den Wechsel zwischen Innen- und Außenbereich unkompliziert und schnell. Das weit auskragende Vordach schützt die Schülerinnen und Schüler in den Sommermonaten vor direkter Sonneneinstrahlung.

Wirkung

Das Zentrum für Naturwissenschaften verändert und stößt neue Entwicklungen an.

Mit der Inbetriebnahme des Naturwissenschaftlichen Zentrums stärkt das Kolleg St. Blasien sein MINT-Profil. Entscheidend ist jedoch, dass der Neubau auch weitere schulinterne Entwicklungen und Prozesse begünstigt und in Gang setzt. So werden unter anderem die technische Ausstattung und die energetische Versorgung ebenfalls rüber ins Hauptgebäude wachsen. Nach einem halben Jahr Schulbetrieb im PSZ-Zentrum zeigen sich schon erste spürbare Veränderungen auf verschiedenen Ebenen des Kollegalltags:

1) Aus Wertschätzung wird Motivation

„Nur für uns gebaut“ – die Schülerinnen und Schüler merken, dass das Pater-Schall-Zentrum samt seiner Ausstattung etwas Besonderes ist. Sie nutzen die neuen Räumlichkeiten achtsam, halten sich gerne auf den Freiflächen auf und berichten von einer zusätzlichen Lernmotivation. 

2) Attraktor für neue Lehrkräfte

Das Pater-Schall-Zentrum ist und bleibt ein attraktiver Arbeitsplatz für MINT-Lehrkräfte und -Quereinsteiger aus der Industrie: Die Ausstattung ist hochwertig und in ihrer Tiefe außergewöhnlich, die Vorbereitungsräume sind praktisch und die Lernatmosphäre ist angenehm ruhig. 

3) Interesse an MINT-Fächern steigt

Das Wahlfach NIT wird schon seit einigen Jahren immer beliebter. Der Umzug ins Pater-Schall-Zentrum trägt nun dazu bei, dass auch das Interesse an den anderen naturwissenschaftlichen Fächern steigt. Herr Schmidt, Fachbereichsleiter Physik, registriert beispielsweise für den Physik-LK 2026/27 im Vergleich zum Vorjahr 30 % mehr Voranmeldungen.

 

4) Naturwissenschaftliche Talentförderung

Das Pater-Schall-Zentrum ermöglicht den Schülerinnen und Schülern einen attraktiven, praxisnahen Einstieg in Naturwissenschaft und Technik. Wenn ihre Begeisterung bereits in der Schule beginnt, starten sie später mit einem Wissensvorsprung in ihre Ausbildung oder ins Studium. Davon profitieren auch Unternehmen aus der Region.

5) Neue Kollegs-Kommunikationsplattform

Mit dem Pater-Schall-Zentrum öffnen sich für die Kollegsgemeinschaft neue Türen für den gemeinsamen Austausch: Neben dem naturwissenschaftlichen Unterricht und den Arbeitsgemeinschaften finden im PSZ-Zentrum auch regelmäßig kollegsinterne Veranstaltungen wie zum Beispiel pädagogische Tage, Konferenzen oder Workshops statt.

 

6) Inspiration für andere Schulen und Organisationen

Das überregionale Interesse am Bau und Betrieb des Pater-Schall-Zentrums ist groß. Kollegsdirektor Pater Rieder SJ führt deshalb regelmäßig interessierte Vertreter von Schulen, Organisationen und Unternehmen durch den Neubau und gibt einen Einblick in Ausstattung und pädagogische Ansätze.

Lernen Sie uns kennen

Jetzt Vorstellungsbesuch vereinbaren

"In der naturwissenschaftlichen Ausbildung der jungen Generation liegt ein zentraler Schlüssel für unsere Zukunft. Das neue Zentrum für Naturwissenschaften wird die überregionale Strahlkraft des Kollegs stärken und die Bildungslandschaft des Landkreises Waldshut deutlich aufwerten."

Dr. Martin Kistler, Landrat Landkreis Waldshut

Kooperationen

Partnerschaften erweitern das Bildungsangebot im Zentrum für Naturwissenschaften.

Vertrauensvolle Unternehmenspatenschaften und Kooperationen helfen uns dabei, das Bildungsangebot im Naturwissenschaftlichen Zentrum lebendig zu halten und immer wieder durch neue Projekte zu ergänzen.

Kooperationsprojekte

Seit rund 20 Jahren gibt es immer wieder Kooperationsprojekte mit der Testo AG, die unsere Schülerinnen und Schüler durch einen Know-how-Transfer im Bereich Naturwissenschaft und Technik unterstützen. Aktuell steht das Thema Künstliche Intelligenz im Mittelpunkt.

 

Förderung 

Die geförderte Solar Power-AG entwickelt nachhaltige Systeme zur Nutzung erneuerbarer Energien. Im Schuljahr 2022/23 begann sie mit dem Thema Photovoltaik. Anschließend beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit Wasserstoff aus solar erzeugtem Strom. Aktuell arbeitet die AG an einer Mini-Bioreforming-Anlage im Bereich Biogas-Hightech.

Energiekonzept

Mit der neuen Photovoltaik-Thermie-Anlage auf dem Dach des Pater-Schall-Zentrums kann das Kolleg künftig bis zu 30 % des Strombedarfs selbst erzeugen – ein bedeutender Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit und Eigenversorgung.

Lernarenen   

Die Lernarenen tragen zu einer inspirierenden Lernumgebung bei, in der die Schülerinnen und Schüler selbstständig lernen, sich freier entfalten und wohlfühlen können.

Weitere Kooperationen folgen...

Gebäude & Campus

Das Zentrum für Naturwissenschaften ist Teil einer Campus-Vision.

Mit dem Neubau löst das Kolleg St. Blasien einige Herausforderungen, die bereits seit Jahren bestehen. Konstant hohe Schülerzahlen erfordern mehr Platz – gleichzeitig waren die naturwissenschaftlichen Räume im Hauptgebäude aus den 1970-/80er Jahren nicht mehr zeitgemäß. Durch die Auslagerung der naturwissenschaftlichen Fachschaften können im Hauptgebäude moderne Klassenräume für andere Fächer entstehen. Darüber hinaus ergänzt das NaWi-Zentrum die in den letzten Jahren gewachsene Campus-Gestaltung auf dem Kollegsgelände.

Architektur, Innenausbau und Einrichtung des Gebäudes begünstigen zeitgemäße pädagogische Ansätze wie das Lernen in verschiedenen Zonen – zum Beispiel für stille, kollaborative oder experimentelle Lernformate. Damit Räume und Flächen pädagogisch unterstützen, sind sie offen und veränderbar geplant sowie mit einem qualitativ hochwertigen Mobiliar von Sedus ausgestattet. Das Gesamtraumkonzept des Zentrum für Naturwissenschaften vereint drei Komponenten, die für ein Schulgebäude wichtig sind: Transparenz, Schutz und Verbindung. 

Ein angenehmes Raumklima und eine gute Raumakustik sorgen dafür, dass sich die Schülerinnen, Schüler und ihre Lehrkräfte wohlfühlen und konzentriert arbeiten können. Eine 3-Scheiben-Isolierverglasung, das Flachdach mit Gefälledämmung sowie die Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung halten die Raumtemperaturen sommers wie winters stabil und die Luftqualität hoch. Holz-Akustikpaneele reduzieren den Schall enorm, sodass ein ruhiges und konzentriertes Lernumfeld besteht.

Die regional beheimatete Weißtanne ist sichtbares Baumaterial, innen wie außen. Holz als Hauptwerkstoff sorgt für ein natürliches Raumklima, dämmt verlässlich und gilt als umweltfreundlicher Rohstoff. Großflächig verglaste Fassaden fördern außerdem die optische Leichtigkeit und Offenheit des Neubaus und unterstützen das Konzept von transparenten und weiten Lernräumen. Die bis zu 3 Meter auf 3 Meter großen Fassadenscheiben sind so gut isoliert, dass sie die Temperatur im Gebäude trotz heißer Sommer- und kalter Wintertage stabil halten.

Um den Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft zur historischen Klosteranlage St. Blasien zu realisieren, mussten besondere Denkmalschutz-Auflagen erfüllt sein. Eine bauliche Anbindung an den Bestand war obligatorisch. Es entsprach den Anforderungen der Denkmalpflege wie auch unserem eigenen Wunsch, das Zentrum für Naturwissenschaften so harmonisch wie möglich an das Klostergelände samt Gartenanlage anzupassen. Um eine Ausnahmegenehmigung für die Bebauung der potenziellen Überflutungsfläche des westlichen angrenzenden „Steinebaches“ zu erhalten, war der Nachweis einer hochwasserresistenten Bauweise verpflichtend.

Das Zentrum für Naturwissenschaften ist als oberirdisch eingeschossiges Gebäude angelegt, um sich bestmöglich in die alte, bestehende Klosteranlage einzufügen. Das weit auskragende, begrünte Flachdach bildet einen möglichst fließenden Übergang zur angrenzenden Garten- und Sportanlage. Es bietet außerdem sonnengeschützten Raum für Unterricht im Freien sowie einen sicheren Gebäudezugang bei Schnee und Eis. Unter dem Neubau löst eine Tiefgarage für circa 80 Fahrzeuge das schon lange bestehende Parkplatzproblem.

Das Zentrum für Naturwissenschaften ist kein isolierter Bau, sondern ergänzt die schon seit Jahren gewachsene Campus-Gestaltung am Ostflügel des Kollegs. Es fügt sich ein zwischen dem Hauptgebäude, dem Musikhaus, der PAD-Sporthalle, dem Sportcampus und dem Schulgarten. Um das Pater-Schall-Zentrum herum laden begrünte Aufenthaltsflächen die Schülerinnen und Schüler zum Spielen, Verweilen und Pause machen ein. 

Dialog zwischen Glaube und Naturwissenschaft

Mit dem Zentrum für Naturwissenschaften führt die Kollegsgemeinschaft den Schöpfungsgedanken des Jesuitenordens fort: „Um die Schöpfung zu bewahren, muss sie zuerst verstanden werden.“

Der Neubau steht symbolisch für den Austausch und die Verbindung von Glaube und Naturwissenschaft. Eine fundierte naturwissenschaftliche Ausbildung bildet – gemeinsam mit der sprachlichen und geisteswissenschaftlichen Bildung am Kolleg – die Grundlage für einen reflektierten und intensiven Dialog zwischen Theologie und Wissenschaft.

Auch der Namenspatron des Gebäudes spiegelt diese Verbindung wider: Das Pater-Schall-Zentrum ist nach dem Naturwissenschaftler und Jesuiten-Astronom Johann Adam Schall von Bell (1592–1666) benannt, der als Brückenbauer zwischen China und Europa, aber auch zwischen Glaube und Naturwissenschaft wirkte.

Zugleich versteht sich das Naturwissenschaftliche Zentrum als didaktische und wissenschaftliche Antwort auf die vierte Präferenz des Ordens – die Sorge um das gemeinsame Haus. Gemeint ist damit der verantwortungsvolle Umgang mit der Umwelt sowie eine nachhaltige und ressourcenschonende Lebensweise. Sie werden im Pater-Schall-Zentrum gelehrt und gelebt.

Das Zentrum für Naturwissenschaften lässt sich besonders energieeffizient unterhalten. Es benötigt nur 40 % der Energie, die der gesetzliche Standard für ein vergleichbares Gebäude vorschreibt. 

Auf 1.600 m² Dachfläche können wir viermal so viel Gesamtenergie gewinnen wie mit einer üblichen PV-Anlage. In Zahlen sind das: 2,5 MW Gesamtwärmeleistung und 230.000 kWh Strom pro Jahr.

Dank der neuen PVT-Anlage sparen wir jährlich 100.000 Liter Heizöl und damit auch 270 Tonnen CO, die nicht in die Umwelt gelangen sowie über 100.000 € Heizkosten. Dank der neuen PVT-Anlage sparen wir jährlich 100.000 Liter Heizöl und damit auch 270 Tonnen CO, die nicht in die Umwelt gelangen sowie über 100.000 € Heizkosten. 

Von unserem neuen, klimafreundlichen Energiekonzept profitieren 20 Liegenschaften, die wir mitversorgen. Neben allen kollegseigenen Gebäuden sind das zum Beispiel das Hotel Klosterhof, das Amtsgericht St. Blasien und die Fürstabt-Gerbert-Schule. 

Unsere 2007 in Betrieb genommene Hackschnitzelanlage bleibt wichtiger Bestandteil unseres Energienetzes. Die beiden Großwärmepumpen können sie jedoch bei Temperaturen über 3 °C unterstützen, wodurch wir weniger Holz verheizen. 

Als Internatsschule im Hochschwarzwald müssen wir auf teils lange und kalte Winter vorbereitet sein. Unser Ölkessel bleibt deshalb als Ausweichlösung für den Fall von Störungen und als Unterstützung bei lang anhaltenden, außerordentlich tiefen Temperaturen. 

Energie & Nachhaltigkeit

Das Zentrum für Naturwissenschaften hilft dabei, Historisches zu modernisieren.


Am Kolleg St. Blasien entsteht ein ganzheitliches, zukunftsorientiertes Energiekonzept, um fossile Energieträger einzusparen. Die neue Photovoltaik-Thermie-Anlage (PVT) auf dem begrünten Dach des Naturwissenschaftlichen Zentrums übernimmt dabei eine zentrale Rolle. Das System erzeugt Strom und Wärme auf derselben Fläche – aus Sonnenenergie und Umgebungsluft. Die gewonnene Umweltwärme ist direkte Energiequelle für zwei Großwärmepumpen, die durch den erzeugten Solarstrom klimafreundlich arbeiten können. 

Die Wärmepumpen entlasten unsere Holzhackschnitzelanlage und unseren Ölkessel, die das bestehende Nahwärmenetz bisher allein versorgt haben. Die im NaWi-Zentrum implementierte moderne digitale Gebäudeleittechnik wird sukzessive auf alle Gebäudeteile des Kollegs ausgeweitet, damit ein einheitlicher, ressourcenschonender Energiebetrieb möglich ist.

Auf der Vorderseite des PVT-Moduls wandeln Solarzellen Sonnenlicht in Strom um. Auf der Rückseite sorgen Wärmetauscher dafür, dass Wärmeenergie aus Umgebungsluft und Sonne nutzbar wird. Der große Vorteil: Ein PVT-System garantiert eine kontinuierliche Wärmeversorgung, unabhängig von Wetter, Tages- und Jahreszeit – auch im Schwarzwald.

Pater-Schall-Zentrum: Verbindung von Glaube & Naturwissenschaft

Das Zentrum für Naturwissenschaften trägt den Namen eines Naturwissenschaftlers und Jesuiten.

Das Naturwissenschaftliche Zentrum ist nach dem großen Astronomen-Jesuiten Johann Adam Schall von Bell (1592-1666) benannt. Der in Köln geboren und aufgewachsene Naturwissenschaftler reiste nach seiner Priesterweihe nach China. Durch sein Wissen und Geschick gewann er das Vertrauen des Kaisers Shunzhi und wurde zu seinem engen Berater. Im Auftrag des Kaisers reformierte Pater Schall, der einzige Europäer am Hof in Peking, den chinesischen Kalender.

Bekannt ist der Jesuit heute vor allem auch als Brückenbauer – zwischen Kontinenten, Ländern, Kulturen, zwischen Wissenschaft und Theologie. In seinen knapp fünf Jahrzehnten in China überwand er viele Widrigkeiten, scheiterte, fing neu an, aber blieb immer dran und neugierig. Seine Geschichte lehrt uns, wie wir miteinander umgehen können, auch wenn wir verschieden leben und glauben. Als Kulturgemeinschaft Kolleg St. Blasien haben wir deshalb Johann Adam Schall von Bell als Namensgeber für unser Zentrum für Naturwissenschaften ausgewählt, einen Brückenbauer zwischen Glaube und Naturwissenschaft.

Entstehung & Archiv

Von der Vision zur Eröffnung: Der Bau des Zentrum für Naturwissenschaften dauerte 3 Jahre.

Im Herbst 2022 präsentierte Kollegsdirektor Pater Hans-Martin Rieder SJ erstmals Pläne und Computersimulationen des geplanten Neubaus. Nur drei Jahre später, pünktlich im Zeitplan, konnte das Pater-Schall-Zentrum feierlich zum Schuljahresbeginn 2025/26 eröffnet werden. Der Bau des Zentrum für Naturwissenschaften ist das Ergebnis einer starken Gemeinschaftsleistung. Ein großes Dankeschön an alle beteiligten Unterstützer, Planer, Handwerksbetriebe, Spenderinnen und Spender.

Juli 2022: Projektbeginn

Juli 2023: Erhalt der Baugenehmigung

September 2023: Archäologische Untersuchungen

April 2024: Beginn Bauphase

Oktober 2024: Richtfest

September 2025: Eröffnung

Spannende Zahlen, Daten und Fakten aus der Baugeschichte:

- 15 Millionen Euro Projektvolumen
- Finanzierung über Erzdiözese Freiburg, Jesuitenorden, Eigenanteil & Spenden aus dem Kollegsnetzwerk
- Architekturbüro: Spiecker Sautter Lauer (Freiburg)
- Beteiligte Handwerksbetriebe aus der Region
- Archäologische Funde von Mauerresten der ehemaligen
- Spinnmaschinenfabrik
- Bergung von 4 ausgedienten 100.000-Liter-Heizöltanks

Willst du mehr über die Entstehung des Zentrum für Naturwissenschaften erfahren?

Hier geht es zum Bautagebuch.

Bildergalerie