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„Oliver!“ – das wird ein Highlight

Statt klassischem Theater erwartet das Publikum beim diesjährigen Pfingstfest am Kolleg ein musikalisches Highlight: das Musical „Oliver!“. Mit über 200 Schülerinnen und Schülern auf und hinter der Bühne zählt das Projekt zu den aufwendigsten der vergangenen Jahre. Das bekannte Werk, basierend auf Charles Dickens’ Roman „Oliver Twist“, erzählt die bewegende Geschichte eines Waisenjungen im London des 18. Jahrhunderts. Die breite Beteiligung und Vielfalt ist beeindruckend: Neben den rund 25 Darstellerinnen und Darstellern wirken die Tanz-AG, die Big Band, das Kollegsorchester, Kollegschöre sowie die Teams für Technik, Bühnenbild und Kostüme mit. Ein Jahr lang wurde hierfür intensiv geprobt. Die beiden Aufführungen finden am Pfingstwochenende – Samstag und Sonntag – jeweils um 18:30 Uhr in der Pater-Alfred-Delp-Halle statt.

Die Redakteurin Frau Sahli von der Badischen Zeitung hat eine Probe besucht und darüber berichtet:

200 Schüler wirken beim Pfingsttheaters des Kollegs St. Blasien auf und hinter der Bühne
Beim Pfingsttheater des Kollegs in St. Blasien steht das Musical "Oliver!" im Mittelpunkt. Die Proben laufen bereits seit gut einem Jahr. 

Seit Jahrzehnten begeistern die jungen Darsteller des Pfingsttheaters am Kolleg St. Blasien zu Pfingsten das Publikum mit mitreißenden Aufführungen. In diesem Jahr steht nun etwas anderes als die gewohnten Theateraufführungen auf dem Programm: das Musical "Oliver!", inszeniert von Caroline Keller und Johannes Kaczmarczyk. Rund 200 Schülerinnen und Schüler wirken dabei mit – allein deshalb schon handelt es sich organisatorisch um eine große Herausforderung.

Den Waisenjungen Oliver Twist, der den schlimmen Bedingungen in einem englischen Waisenhaus entkommt, im London des 18. Jahrhunderts sein Glück sucht und an eine Bande jugendlicher Taschendiebe gerät, kennt so mancher aus Charles Dickens’ Roman von 1838. Dieser diente als Vorlage für das Musical "Oliver!" des britischen Komponisten Lionel Bart.

Die Idee, in diesem Jahr ein Musical aufzuführen, stammt von der Fachschaft Musik des Kollegs, erklärte Caroline Keller. Die Fachschaft war es auch, die das Musical ausgesucht hatte. Wichtig war es, dass das Stück auch für die jungen Laienmusiker spielbar ist.

Neben den rund 25 Darstellern sind Tänzer der Tanz AG des Kollegs und die Montagstänzer, Kollegsorchester und -chor, Chor- und Orchester-AG der fünften und sechsten Klassen, Big Band und natürlich die Mannschaft hinter den Kulissen, die unter anderem für Bühnenbild und die rund 80 Kostüme verantwortlich zeichnet, mit von der Partie. Eine in organisatorischer Hinsicht große Herausforderung, so die beiden Regisseure. Und auch an die Schüler werden besondere Anforderungen gestellt, denn sie agieren nicht nur als Schauspieler, sondern tanzen und singen auch. Mit dabei sind, anders als bei den Theateraufführungen, Schülerinnen und Schüler aller Klassenstufen. "Jeder soll die Möglichkeit bekommen, mitzumachen", dies ist den beiden Regisseuren ganz wichtig. Auch wer keine Sprechrolle bekommen habe, könne in anderer Weise mitwirken.

Die Planungen für das diesjährige Pfingsttheater begannen im Juni des vergangenen Jahres, Castings und die ersten Proben standen dann bereits nach den Sommerferien auf dem Programm. Für die Choreografie zeichnet Lisa Palenga, Sportlehrerin am Kolleg, für den Gesang Musiklehrerin Maria Backhaus, ausgebildete Sängerin, verantwortlich.

In der Anfangszeit standen einmal wöchentlich Proben auf dem Programm, seit Januar wird zweimal in der Woche geprobt. Und natürlich gibt es auch die Probentage. In der vergangenen Woche wurden an drei Tagen Choreografie, Gesang und die schauspielerische Gestaltung der Szenen geprobt – eine "intensive, erfolgreiche Zeit", sagte Kaczmarczyk. Parallel dazu, aber an einem anderen Ort, probten die Musiker. Bislang kam die Musik, nach der auf der Bühne geprobt wurde, vom Band. Nun aber gilt es, sich auf die Musik der Orchester einzustellen, denn bei den Aufführungen wird alles live gespielt. Während der Probentage hatten die Musiker erste Aufnahmen von der Probe an die Darsteller geschickt, die sich auf diese Weise schon einmal auf die etwas andere Art der Interpretation der Musik einstellen konnten.

Zwar war vom Beginn der Proben bis zu den Aufführungen am Pfingstwochenende reichlich Zeit. Aber die musste intensiv genutzt werden, so die beiden Regisseure. Erschwert wurde das Ganze dadurch, dass die zehnten Klassen zwischendurch auf Klassenfahrt gingen, die Schülerinnen und Schüler der elften Klassen ihr Sozialpraktikum absolvieren mussten und die Abschlussschüler nach den Osterferien nebenbei die Abiturarbeiten erledigen mussten. Danach standen sechs gemeinsame Proben einschließlich Haupt- und Generalprobe an, bevor sich am Wochenende 7. und 8. Juni der Vorhang hebt.

Eines ist für das Projekt von großer Bedeutung: die Unterstützung des Kollegs bei den zahlreichen Probentagen, bei denen die Schüler den Unterricht versäumen. Ein Lob der Regisseure galt auch den Mitwirkenden: Man könne sich darauf verlassen, dass sie das Versäumte zuverlässig nachholen.

Badische Zeitung: 29. Mai 2025

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