Model-United-Nations-Konferenz am Kolleg
Piraterie am Horn von Afrika, die Stabilisierung Somalias und die Suche nach einem tragfähigen Kompromiss zwischen den Großmächten der Weltpolitik – darum ging es am vergangenen Wochenende bei der ersten eigenen Model-United-Nations-Konferenz (MUN) am Kolleg.
Unter der Sitzungsleitung von Cajetan v. Bredow und Constantin v. Senden schlüpften Schülerinnen und Schüler in die Rolle von Delegierten der 15 Mitgliedstaaten des UN-Sicherheitsrates. Über zwei Tage hinweg verhandelten sie über mögliche Lösungsansätze für das komplexe Problem der Piraterie vor der Küste Somalias.
Besonders anspruchsvoll gestalteten sich die Verhandlungen durch die Rolle der sogenannten „Permanent Five“ – der Vereinigten Staaten, des Vereinigten Königreichs, Chinas, Frankreichs und Russlands. Diese verfügen im Sicherheitsrat über ein Vetorecht, sodass nicht allein die besten Argumente zum Erfolg führen, sondern vor allem Kompromisse, die den unterschiedlichen weltpolitischen Interessen Rechnung tragen.
Der Samstag begann mit einem vorsichtigen Abtasten der verschiedenen Positionen. Zusätzliche Herausforderungen ergaben sich daraus, dass Somalia als unmittelbar betroffenes Land selbst Mitglied des aktuellen Sicherheitsrates ist. Dadurch entstand ein Spannungsfeld zwischen möglichen internationalen Maßnahmen und der Wahrung der staatlichen Souveränität Somalias. Auch die teils erheblichen Differenzen zwischen den Vereinigten Staaten, China und Russland traten rasch zutage. Dennoch bemühten sich alle Delegationen um eine gemeinsame Lösung. Nach intensiven Verhandlungen und zahlreichen Kompromissen lag am Samstagabend schließlich ein erster Resolutionsentwurf vor.
Den Abschluss der Konferenz bildete die Abstimmung über eine knapp fünfseitige Resolution, in der die nächsten Schritte des Sicherheitsrates zur Bekämpfung der Piraterie festgehalten wurden. Die Resolution fand die notwendige Mehrheit und wurde angenommen. Damit endete die erste MUN-Konferenz des Kollegs erfolgreich und bot den Teilnehmenden einen eindrucksvollen Einblick in die Herausforderungen internationaler Diplomatie.