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Kolleg weiht neues Energiekonzept ein

Mit einer Feierstunde am Pfingstfreitag hat das Kolleg St. Blasien sein neues zukunftsweisendes Energiekonzept offiziell eingeweiht. Zahlreiche Gäste aus Politik, Kirche, Wirtschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter der am Projekt beteiligten Firmen und Institutionen nahmen an der Veranstaltung teil. Das Projekt markiert einen weiteren bedeutenden Schritt des Kollegs auf dem Weg zu einer klimaneutralen und langfristig nachhaltigen Energieversorgung.
Unter den Gästen begrüßte Kollegsdirektor P. Hans-Martin Rieder SJ unter anderem die Landtagsabgeordneten Daniela Evers, Simon Herzog und Niklas Nüssle sowie Frau Hüdepohl, die als Delegatin für die Schulen den Pater Provinzial vertrat. Ebenfalls vertreten waren zahlreiche Partnerfirmen, Förderer und Unterstützer des Projekts.
Im Mittelpunkt des neuen Konzepts steht die Verbindung moderner Umwelttechnik mit den besonderen Anforderungen eines historischen und denkmalgeschützten Gebäudekomplexes. Die neue PVT-Anlage auf dem Dach des Pater-Schall-Zentrums kombiniert Photovoltaik und Solarthermie und erzeugt gleichzeitig Strom und Wärme aus Sonnenenergie. Über leistungsstarke Großwärmepumpen wird die gewonnene Umweltwärme in ein neues Nahwärmenetz eingespeist, das das Kolleg sowie insgesamt rund 20 angeschlossene Liegenschaften versorgt.
Erst wenige Tage vor der offiziellen Einweihung konnten die neuen Großwärmepumpen erstmals erfolgreich hochgefahren und in Betrieb genommen werden. Die Gesamtwärmeleistung beträgt rund 2,5 Megawatt. Künftig sollen jährlich etwa 6,5 Millionen Kilowattstunden Wärme regenerativ erzeugt werden. Gleichzeitig produziert die Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 198 kWp jährlich rund 230.000 Kilowattstunden Strom. Eine moderne Gebäudeleittechnik sorgt dabei für einen intelligenten und ressourcenschonenden Betrieb.
Durch die neue Energieversorgung können bereits im kommenden Sommer rund 100.000 Liter Heizöl eingespart werden. Angesichts steigender Energiepreise und der notwendigen Transformation hin zu nachhaltigen Energiekonzepten sei dies, so Kollegsdirektor P. Hans-Martin Rieder SJ in seiner Eröffnungsrede, „in mehrfacher Hinsicht ein Grund zur Freude“.
In seinem Grußwort würdigte P. Rieder das Zusammenspiel von innovativer Technologie, ökologischer Verantwortung und wirtschaftlicher Zukunftsorientierung. Das Kolleg St. Blasien wolle mit diesem Projekt bewusst ein sichtbares Zeichen für nachhaltiges Handeln und einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen setzen. Gleichzeitig zeige das Projekt beispielhaft, dass moderne nachhaltige Energieversorgung auch in einem historischen Gebäudebestand erfolgreich umgesetzt werden könne.
Das Projekt „Klimaneutrales Kolleg“ entstand im Zusammenhang mit dem Neubau des Naturwissenschaftszentrums und entwickelte sich in kurzer Zeit zu einem umfassenden Infrastrukturprojekt. P. Rieder betonte in seiner Ansprache insbesondere die große Gemeinschaftsleistung aller Beteiligten. Sein Dank galt unter anderem dem Wirtschaftsleiter Christian Niederhofer, den Haustechnikern unter Leitung von Manuel Albiez, dem Projektcontroller Herrn Bojanowsky sowie den zahlreichen beteiligten Firmen und Planungsbüros.
Besonders hervorgehoben wurde die Arbeit von Manuel Tröndle (MTplan), der als technischer Leiter und Planer das Projekt maßgeblich entwickelte, sowie der Firma Tröndle als ausführendem Heizungs- und Haustechnikunternehmen. Auch zahlreiche regionale Firmen waren an der Umsetzung beteiligt – darunter die Firmen StromTiger, Vertec, Naturenergie Netze, Kühn, Stoll Bau sowie weitere Handwerks- und Fachbetriebe aus der Region.
Die Firma StromTiger mit den beiden Geschäftsführern Matthias Eschbach und Oliver Bauch installierte nicht nur die neue Photovoltaikanlage, sondern unterstützte das Projekt als Eltern am Kolleg auch finanziell in besonderer Weise. P. Rieder dankte ihnen ausdrücklich für dieses außergewöhnliche Engagement zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung des Kollegs.
Ermöglicht wurde das rund vier Millionen Euro umfassende Projekt auch durch umfangreiche Förderungen und Unterstützungen. Der Bund trägt über Förderprogramme rund 40 Prozent der Nettokosten. Der Jesuitenorden unterstützte das Projekt bislang mit rund 1,2 Millionen Euro. Weitere 300.000 Euro stellte das Erzbistum Freiburg zur Verfügung und ermöglichte damit zugleich eine nachhaltige Beheizung des Doms sowie weiterer kirchlicher Gebäude im Nahwärmenetz.
Zudem entstand mit der Staatsbrauerei Rothaus eine besondere Kooperation: Mit dem Verkauf des Jubiläumsbiers „Fürstabt Edel“ wird die nachhaltige Entwicklung des Kollegs zusätzlich unterstützt.
Die Gäste der Feierstunde erhielten im Anschluss an die Begrüßung weitere technische Einblicke in das Projekt durch die Projektverantwortlichen und beteiligten Fachfirmen.
 

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