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Impulse für den Unterricht

Nicht erst seit der umfassenden Einführung von iPads als Arbeitsgeräte in den Klassen 9 und 10 befasst sich das Lehrkräfte-Kollegium intensiv mit der didaktischen und pädagogischen Ausgestaltung eines zunehmend digitalen Unterrichts. Eine Plattform für Austausch, Anregungen und die Vorstellung neuer Unterrichts-Apps bietet das Methoden-Café, das vom Kollegium selbst getragen wird und über das Schuljahr verteilt regelmäßig neue Impulse für den digitalen Unterricht liefert.
Digitaler Unterricht, der Einsatz von Endgeräten im Klassenzimmer und die zunehmende digitale Vernetzung über die schuleigene Lern- und Kommunikationsplattform itslearning sind Reaktionen auf eine digitale Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler. Sie dürfen gleichzeitig kein Selbstzweck sein und sie bieten keine Garantie für guten Unterricht. Um das Digitale zum Wohle der Schülerinnen und Schüler und für einen pädagogischen Mehrwert im Unterricht aufzunehmen, reicht die digitale Ausstattung von Schule und Kind nicht aus. Auch für einen medial anderen Unterricht müssen dieselben pädagogischen und didaktischen Prinzipien gelten, damit der Einsatz der neuen Medien einen Mehrwert hat.
Angesichts dieser Herausforderungen führte am 15. April 2024 der iPad-Fortbildner für das Regierungspräsidium Freiburg und Fachberater für Chemie, Claas Rittweger, mit einem Vortrag und einem Workshop durch das Methoden-Café am Kolleg. In einem ersten einstündigen Vortrag thematisierte Rittweger lernwirksamen Unterricht mit digitalen Medien in iPad-Klassen. Dabei kamen sowohl die vielfältigen Möglichkeiten für den Unterricht als auch das enorme Ablenkungspotential von Endgeräten in den Händen von Jugendlichen zur Sprache. Rittweger beleuchtete, welche pädagogischen und didaktischen Transformationen notwendig sind, damit der Einsatz von iPads im Unterricht positive Effekte auf die Lernwirksamkeit generiert: Maßgeblich für einen gewinnbringenden Einsatz, so das Fazit, sind auch beim Einsatz digitaler Medien pädagogisch-didaktische Prinzipien wie das „4-K-Modell des Lernens“ (Förderung von Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und Kritischem Denken), die Idee des „Deeper Learnings“ (also eine gezielte Beobachtung und
Förderung der Tiefenstruktur eines lernwirksamen Unterrichts) oder zeitgemäße Aufgaben-und Prüfungsformate.
Zusätzlich bot der Mathematik-, NWT- und Chemielehrer, der am Marta-Schanzenbach-Gymnasium in Gengenbach seit Jahren iPad-Unterricht durchführt, einen Workshop für die Lehrkräfte für mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer. Bei nahezu allen Methoden im MINT-Unterricht kann das iPad als Verstärker dienen. Beispielsweise können im Bereich der "kognitiven Aktivierung“ Simulationen und Animationen (Geogebra, Desmos, Phet, Molecular
Workbench…) eingesetzt oder Experimente digital via Slowmotion oder Wärmebild-Video dokumentiert werden. Im projektorientierten Unterricht können digitale Materialien kollaborativ erstellt, bearbeitet und geteilt, oder sogenannte Kanban-Tools zur Projektierung verwendet werden. Wo dabei vermutlich die größten Potentiale beim Einsatz in Lehr-/Lern-Settings schlummern, wurde an konkreten Unterrichtsbeispielen aus dem naturwissenschaftlichen Unterricht gezeigt. Dabei wurden verschiedene Tools und Möglichkeiten vorgestellt, kritisch beleuchtet und vom Kollegium direkt digital erprobt.
Für das Kollegium und die konzeptionelle Weiterentwicklung des digitalen Unterrichts am Kolleg gestaltete sich die Veranstaltung mit ihrer Verbindung von Theorie und Praxis als sehr gewinnbringend. In Zukunft sollen die Impulse auf verschiedener Ebene vertieft werden und in festen Qualitätsstandards münden.
Bericht: Johannes Heitmann und Julian Hamacher (Kollegslehrer und Administration Digitales)

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