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Weltpolitik im Planspiel

In Debatten neigt man oft dazu, ein Thema aus zwei Perspektiven zu betrachten. Doch wie gestaltet sich das auf der großen Bühne der Weltpolitik? Wie ist es, wenn 15 Perspektiven im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen aufeinandertreffen? Und vor allem: Wie fühlt es sich an, wenn fünf Vetomächte existieren, bei denen man trotz bester Argumente und engagierter Reden scheitern kann?
Genau das haben sechs Schülerinnen und Schüler des Kollegs am vergangenen Wochenende auf einer „Model United Nations Conference“ am Birklehof – gemeinsam mit der Internatsschule aus Neubeuern – erfahren. Ausgangspunkt war der Konflikt im Roten Meer. Über zwei Tage hinweg wurde eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates aus den Perspektiven der 15 Mitgliedstaaten simuliert und intensiv diskutiert, bis schließlich eine Resolution erarbeitet wurde, die nach zähen Verhandlungen von allen getragen werden konnte.
Dabei vertraten die Schülerinnen und Schüler jeweils ein zugewiesenes Land und argumentierten gewissermaßen in anwaltlicher Funktion als Delegierte ihrer Nation. In unmoderierten Phasen zwischen den Sitzungen schmiedeten sie unter Zeitdruck taktische Allianzen, um im Konferenzsaal die notwendigen Mehrheiten zu erreichen – stets mit dem Ziel, kein Veto einer Großmacht zu provozieren.
Neben engagierten Redebeiträgen und rauchenden Köpfen kam es dabei auch zu Momenten der Frustration. Denn wie in der realen internationalen Politik erwies sich die Kompromissfindung als äußerst schwierig. Zwar konnten viele Vorhaben in die abschließende Resolution aufgenommen werden, doch längst nicht alle. Insbesondere Fragen nach der Verbindlichkeit militärischer Beteiligung sowie der Finanzierung entsprechender Maßnahmen blieben bis zuletzt hart umkämpft. Dabei war die Kollegsdelegation doppelt erfolgreich: Nicht nur wurden viele Positionen von Clara Sabel (UK), Antonia Nesselrode (Dänemark), Isabel Rose (Lettland), Cajetan von Bredow (Pakistan), Jakob Sternfeld (USA) und Constantin von Senden (USA) erfolgreich verabschiedet, sondern drei der Kollegianer wurden auch für ihre herausragende Leistungen bei der Konferenz gesondert ausgezeichnet.
Doch damit endet die Reise für die Kollegianer nicht: Gemeinsam mit ihrer begleitenden Lehrkraft, Herrn Dehning, planen sie in den kommenden Wochen den Aufbau einer eigenen AG am Kolleg. Der Begeisterung für globale politische Zusammenhänge sollen viele weitere engagierte Debatten und Verhandlungen folgen.

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