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80. Todestag von P. Alois Grimm SJ

Im Eröffnungsgottesdienst mit über 800 Schülerinnen und Schülern des Kollegs, den Lehrkräften sowie vielen Eltern erinnerte Pater Rieder in seiner Predigt an Pater Alois Grimm SJ, der am 11. September 1944 von den Nationalsozialisten ermordet und hingerichtet wurde: „Pater Alois Grimm SJ ist ein Vorbild dafür, dass die Verbindung mit der Liebe Gottes auch und gerade dann Kraft gibt, wenn wir im Leben herausgefordert werden. Er hat bereits am Kolleg mutig gegen das Nazi-Regime gesprochen. Dies führte schlussendlich zu seiner Hinrichtung vor 80 Jahren am 11. September 1944.“ 
Alois Grimm, der am 24. Oktober 1886 in Külsheim geboren wurde, trat nach seinem Abitur im Jahr 1907 in den Jesuitenorden ein und nahm ein Studium in klassischen Sprachen, Geschichte und Germanistik auf, das durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen wurde. 1920 wurde er zum Priester geweiht. Ab 1934 unterrichtete er am Kolleg St. Blasien, das aufgrund eines durch NS-Gesetze notwendig gewordenen Umzugs vieler Schüler und Lehrkräfte von der Stella Matutina in Feldkirch in Österreich, neu gegründet wurde. 
Grimm machte schon früh auf Widersprüche des Nationalsozialismus zum christlichen Glauben aufmerksam. Damit wurde er den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge. So äußerte er beispielsweise in einem Brief: 
„Wir leben in einer schweren Zeit. Unsere Verantwortung vor Gott und den kommenden Jahrhunderten wird groß sein. Unser Arbeiten, Beten und Opfern muss dazu beitragen, dass die Gegenwart und die Zukunft Christus, dem König gehören.“
Nach der von den Nationalsozialisten erzwungenen Schließung des Kollegs, ging Grimm 1939 nach Tisis, Österreich, wo er weiterhin Latein, Griechisch und Deutsch unterrichtete. Zusätzlich war er in der Pfarrseelsorge tätig und arbeitete an der Ambrosiasterforschung, bis ihm auch hier die Lehre untersagt wurde.
1943 wurde sein Vertrauen in seine Mitmenschen dann missbraucht. Ein Gefreiter bat ihn um die Aufnahme in die Kirche und lies sein Kind von Pater Grimm taufen. Er brachte auch „einen Freund“ zum Glaubensunterricht mit, welcher vorgab „vom Nationalsozialismus angeekelt“ zu sein. Als Grimm im Oktober 1943 nach der Messe verhaftet und nach Berlin geschafft wurde, stellten sich die vermeintlichen Glaubenssucher als Gestapo-Spitzel heraus. Ihm wurde vorgeworfen, das deutsche Militär und den allgemeinen Kampfgeist geschwächt zu haben.
Am 12. August 1944 wurde er durch die nationalsozialistische Unrechtsjustiz für ehrlos erklärt und zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 11. September desselben Jahres vollstreckt. Sein Verteidiger am Volksgerichtshof schrieb nach der Verhandlung, bei Grimms Verteidigung handle es sich um ein „Stück historischer Wahrheit“, das man nicht vergessen dürfe, obwohl sie zu den „fürchterlichsten Erinnerungen seines Lebens“ gehöre. Grimm selbst sah seinen Tod als „Heimkehr in die Ewigkeit“, es sei Gottes Wille. 
Pater Alois Grimm SJ wurde als katholischer Geistlicher für sein Festhalten an seinem Glauben verfolgt und bestraft. Nach einer hinterlistigen Falle, die auf seine Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft zielte und ihn somit ins Herz traf, war die Strafe keine Geringere als der Tod. 
Vor der Pforte des Kollegs erinnert seit letztem Jahr ein Stolperstein an das Schicksal von Pater Alois Grimm. Bereits seit 1949 wird die Urne mit seiner Asche hinter einer Gedenktafel im Kolleg verwahrt; sie erinnert an den Preis, den Pater Alois Grimm SJ und sein Mitbruder Pater Alfred Delp SJ für die Freiheit der Gedanken bezahlten. Ihr Glaube begleitete sie über den Tod hinaus, sie sollen uns ein Beispiel sein – als „Vorbild dafür, dass die Verbindung mit der Liebe Gottes auch und gerade dann Kraft gibt, wenn wir im Leben herausgefordert werden.“
Tristan Stephan, Rosalie Prinz, Doreea Nicolae (KS11)