Internationales Jesuiten-Gymnasium mit Internat für Jungen und Mädchen
19.05.2006

Vorbehalte gegenüber dem neuen «Bündnis für Erziehung» hat der Vorsitzende des Verbandes Katholischer Internate und Tagesinternate, Jesuitenpater Johannes Siebner, geäußert. Zwar habe er ein sehr großes Verständnis für die Initiative, doch hege er die Sorge, dass sich die Kirchen dadurch instrumentalisieren ließen, sagte Siebner am Freitag in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Freiburg. Im April hatten das Bundesfamilienministerium und die beiden großen Kirchen das Bündnis für Erziehung gestartet, das wertgestützte Orientierung vermitteln soll. Die Menschen könnten durch ein solches Bündnis zu der Ansicht kommen, die Kirche sei zuständig für die Wertevermittlung im Staat, sagte der Pater, der Leiter des im Schwarzwald gelegenen Kollegs St. Blasien ist, einer der führenden deutschen Internatsschulen. Das finde er problematisch. Die Religion habe keinen Zwecken zu dienen. Religionskritik in der Bibel setze immer da an, wo Religion instrumentalisiert oder funktionalisiert werde. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte den Schulterschluss mit den Kirchen damit erklärt, dass auf christlichen Werten die Kultur in Deutschland basiere. Christliche Werte gebe es eigentlich nicht, sagte Siebner. Aber «alle unsere Werte sind christlich geprägt». Man müsse über universale Werte reden.

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