trägt zur ganzheitlichen Bildung des einzelnen in der Gemeinschaft bei,
ist stets offen für die religiöse Dimension.
Jesuitische Erziehung
legt Wert auf individuelle Behandlung und Sorge für jeden einzelnen,
betont die Eigeninitiative des Schülers,
hält dazu an, das ganze Leben lang weiter zu lernen.
Jesuitische Erziehung
orientiert sich an Werten,
ermutigt zu Erkenntnis, Liebe und Annahme seiner selbst, verhilft zur
realistischen Kenntnis unserer Welt.
Jesuitische Erziehung
stellt Jesus Christus als Vorbild menschlichen Lebens vor Augen,
feiert den Glauben im Gebet, im Gottesdienst und im Dienst an den
Menschen.
Jesuitische Erziehung
sucht Männer-für-Andere und Frauen-für-Andere heranzubilden,
sorgt sich besonders um die Armen.
Grundzüge der jesuitischen Erziehung
Der
Jesuitenorden, 1540 von Ignatius von Loyola und seinen Gefährten gegründet,
leitet seine Erziehungsgrundsätze von der Welt- und Lebenssicht des Hl.
Ignatius von Loyola her. 1599 entstand aus der pädagogischen Arbeit des jungen
Orden heraus und für die wachsende Zahl der Kollegien die "Ratio
Studiorum", eine Art Studienordnung für Jesuitenschulen. Eine
internationale Arbeitsgruppe des Ordens hat die Grundzüge jesuitischer
Erziehung in den vergangenen Jahren neu reflektiert und 1986 formuliert. Hier
eine schematische Übersicht:
Ignatius sieht in Gott als seinem Schöpfer und Herrn die wichtigste und
absolute Realität. Jesuitische Erziehung ist in ihrer Grundstimmung welt-
und lebensbejahend. Das zeigt sich in einer grundsätzlichen Offenheit
gegenüber allen Fragen; auch in der Bereitschaft, die Welt in ihrer
innersten Wurzel als gut anzusehen. Jesuitische Erziehung zielt auf
ganzheitliche Bildung des einzelnen ab. Diese Erziehung hat eine religiöse
Dimension, die die gesamte Erziehung mitbestimmt.
Jeder Mensch ist von Gott erkannt und geliebt. Diese Liebe fordert zu
einer persönlichen Antwort auf, die in voller Freiheit gegeben werden
muss. Jesuitische Erziehung legt Gewicht auf individuelle Zuwendung und Sorge
für jeden einzelnen Schüler. Sie betont die Eigeninitiative und hält dazu
an, ein Leben lang weiter zu lernen.
Beim Menschen stellt sich diese freie Antwort nicht von selbst ein. Grund
dafür sind die Sünde und ihre Folgen. Es gilt die Hindernisse zu erkennen
und zu überwinden, die der Freiheit entgegenstehen. Jesuitische Erziehung
zielt auf die Fähigkeit ab, klar und kritisch zu unterscheiden und eine
freie, verantwortliche Entscheidung zu treffen.
Jesus Christus steht im Mittelpunkt. Er ist Mensch wie wir und fordert uns
auf, liebend den Willen des Vaters zu suchen und ihm im Zeichen des Kreuzes
nachzufolgen. Jesuitische Erziehung sieht in Jesus Christus das Vorbild
menschlichen Lebens. Gebet, Gottesdienst und Einsatz für den Nächsten
versteht sie als Ausdruck des Glaubens.
Ignatius lebt in entschiedener Verbundenheit mit der Kirche. Jesuitische
Erziehung ermutigt zu aktivem Mitleben mit der kirchlichen Gemeinschaft und
unterstützt das ökumenische Anliegen.
Die Antwort auf Gottes Ruf soll "von jeweils größerem Wert und von
größerer Bedeutung" sein. Jesuitische Erziehung sucht die Bereitschaft
zum "jeweils größeren und besseren" zu wecken. Das bedeutet eine
möglichst vollkommene Entfaltung der Fähigkeiten, verbunden mit der
Bereitschaft, sie für andere einzusetzen.
Ignatius sammelt Gefährten: Als Gemeinschaft für das Reich Gottes zu
arbeiten ist weit wirksamer, als es einzeln oder in kleinen Gruppen zu
tun. Jesuitische Erziehung betont die Zusammenarbeit von Jesuiten und
Nichtjesuiten in einer gemeinsamen Sendung und Aufgabe. Sie erfordert
Einigkeit in der Zielsetzung und im pädagogischen Einsatz und geschieht in
einer Struktur, die Gemeinschaft fördert.
Ignatius und seine Gefährten fällen Entscheidungen in einem von Gebet
begleiteten Prozess individueller und gemeinschaftlicher
"Unterscheidung". Gefällte Entscheidungen werden reflektiert,
überprüft und neuen Gegebenheiten angepasst. Jesuitische Erziehung ist in
ihren Mitteln und Methoden anpassungsfähig, um ihre Ziele so effektiv wie
möglich zu erreichen. Sie unterstützt die jeweils erforderliche
Fortbildung, insbesondere der Lehrer.