▪ Profil
  ▪ Sprachenfolge
  ▪ Euroklasse
  ▪ Ausland
  ▪ Chinesisch
  ▪ Sozialpraktikum
  ▪ Kollegsbibliothek
  ▪ Zeugnisbeilage
  ▪ Referendariat
  ▪ Praktikum
  ▪ Schülerzeitung
  ▪ Übersicht
  ▪ Warum Internat?
  ▪ Wohnen im Internat
  ▪ Betreuung
  ▪ Voraussetzungen
  ▪ Freizeitaktivitäten
  ▪ Tagesablauf
  ▪ Ernährung
  ▪ Wissenswertes
  ▪ FAQ
  ▪ ZiBf
  ▪ Konzeption
  ▪ Begabung
  ▪ demnächst im Kolleg
  ▪ Ferientermine
  ▪ Klosterkonzerte
  ▪ Wer wir sind
  ▪ in Deutschland
  ▪ weltweit
  ▪ in St. Blasien
  ▪ Erziehung
  ▪ Ignatius
  ▪ Übersicht
  ▪ Musikunterricht
  ▪ Musik-AGs
  ▪ Musikschule
  ▪ Kontakt
  ▪ Musikhaus Bleiche
  ▪ Kontakt
  ▪ Anmeldung
  ▪ Kosten
  ▪ Anreise
  ▪ Stellenangebote
  ▪ Kollegskollektion
  ▪ Altschüler
  ▪ Historie
  ▪ Klostergeschichten
  ▪ Wappen
  ▪ Links
  ▪ Übersicht
  ▪ Förderverein
  ▪ Stiftung
  ▪ Solidarfonds
  ▪ Spende online
  ▪ Archiv
  ▪ DVD
  ▪ Jubiläumsjahr 2009
  ▪ Leitfaden
  ▪ Ansprechpartner
  ▪ Aufklärung Missbrauch
jeSET 2012 St. Blasien - A Jesuit Schools European Sports Tournament

Warum eigentlich: Altes Forsthaus

Ein Neubau unter historischem Deckmantel - Haus mit langer und wechselvoller Geschichte

Von Claus-Peter Hilger

Altes Forsthaus
St. Blasien. Auf einem Plan der Klosteranlage vor dem großen Brand von 1768 ist das Gebäude als „Herr Doctores sein Wohnung“ genannt, zu einem etwas älteren Plan ist dann zu lesen: „Ein Gebäu, welches zur Schuel oder zu einem Furchtkasten gemacht werden kann“. Heute ist an dem Haus hinter der Klosteranlage, gegenüber dem Mittelturm des Südflügels, eine Tafel angebracht, das es als „Pater Alois-Grimm-Haus“ ausweist.

Für viele alte „Bläsmer“ ist das Gebäude immer noch das „alte Forsthaus“, weitere Bezeichnungen sind Bagnatobau oder Patreshaus. Kaum ein anderes Gebäude in St. Blasien wechselte die Nutzung und die Bezeichnung so oft, und dabei ist es, recht besehen, doch ein sehr junger Neubau, allerdings unter historischem Deckmantel.

An der Fassade des dreigeschossigen Hauses stehen die Jahreszahlen MDCCLI und MCMLXXX und geben weitere Rätsel auf.

Das Haus am Tuskulumweg gehört zu den Bauten im Umfeld der Klosteranlage, die der Architekt Johann Caspar Bagnato unter Fürstabt Meinrad Troger errichtete. Im Jahre 1754 wurden dem Architekten 1500 Gulden ausbezahlt für Arbeiten „vor das gebey, das ehemals das Chornhaus war“. Beim Brand 1768 wurde auch dieses Haus zerstört und dann wieder aufgebaut.

Bei Aufhebung des Klosters 1806 ist festgehalten, dass im Hause die Klosterkanonen und die Feuerspritzen stünden. In den Obergeschossen war das Rentamt untergebracht, und auch der Pfarrer wohnte hier, während im heutigen Pfarrhaus am Kurgarten der Forstmeister seine Wohnung hatte. Im Jahre 1820 wurde getauscht, und somit wurde unser Gebäude zum Forsthaus. Dazu gehörte auch ein südlich stehendes Stallgebäude und rückwärtig, auf dem Grundstück der heutigen Umgehungsstraße, ein Haus, das „ehemalige Küferei“ genannt war.

Viele Jahre war hier dann das Badische Forstamt untergebracht, weiter gab es hier Wohnungen für Landesbeamte. Im Jahre 1934 errichtete das Land Baden das neue Forstamt am Weißensteinweg, am 3. Oktober 1942 verkaufte der Badische Landesfiskus das „alte Forsthaus“ an die Stadt St. Blasien. Städtische Wohnungen wurden eingerichtet und vielen Familien bot das alte Haus Heimat.

Im Jahre 1966 wurde ein Tauschvertrag geschrieben, die Oberdeutsche Provinz der Jesuiten, seit 1934 Eigentümer der Klosteranlage, übergab der Stadt St. Blasien die so genannte Klosterwiese zwischen Sportplatz und Kugelrain, die Jesuiten wurden Eigentümer des alten Forsthauses. An der Nutzung des Gebäudes als Wohnhaus änderte sich nichts.

Als nach dem Klosterbrand vom 27. Mai 1977 das Umfeld des Kollegs neu gestaltet wurde, war vorgesehen, das alte Forsthaus abzubrechen. Zu sehr hatte der Zahn der Zeit an dem Haus genagt, das Dach war kaputt, und lange Zeit lief der Regen in das Haus. Zunächst erfolgreich, wehrte sich die Denkmalspflege gegen einen Abbruch, man einigte sich, das Haus zu „entkernen“ und in die alten Mauern einen Neubau zu setzen. Die Außenmauern hielten jedoch dem Versuch, das Bagnatohaus, wie das Haus jetzt genannt wurde, auszuhöhlen, nicht stand, sie stürzten ein. So entstand ein völliger Neubau, äußerlich nach den Plänen von Johann Caspar Bagnato. Der heutige Betrachter merkt es nicht, dass sich in der Reihe der historischen Gebäude hinter dem Kloster ein Neubau befindet.

In dem Gebäude wurden Wohnungen für die Jesuitenpatres geschaffen, auch altengerechte Wohnungen für betagte Ordensmitglieder. „Patresbau“ wurde so die nächste Bezeichnung.

Längst braucht die Jesuitenkommunität nicht mehr alle Räume, ein Teil des Hauses wurde dem, immer größer werdenden, Internat zugeschlagen. Mit einer erneuten Namensgebung wurde Pater Alois Grimm SJ (1886 – 1944) geehrt, der von 1934 bis 1939 zu den Lehrern am Kolleg St. Blasien gehörte und am 16. September 1944 im Gefängnis Brandenburg-Görden von den Nazis ermordet wurde. Das Urteil des Volksgerichtshofes, unter Roland Freisler, vom 12. August 1944 lautete auf „Defaitismus und Wehrkraftzersetzung“. Mit „Defaitismus“ wurden Äußerungen über die Aussichtslosigkeit des Krieges und das Bestehen des „Tausendjährigen Reiches“ bezeichnet.

=> Zur Übersicht

Schüler-Webmail   Impressum   Sitemap  
Kooperationspartner:      sto      testo     
Das Kolleg St. Blasien ist Mitglied im Verband Katholischer Internate und Tagesinternate (V.K.I.T.) e. V.