Mit
der Einführung von Chinesisch im Schuljahr 1995/96 als Arbeitsgemeinschaft in
den Klassenstufen 10 und 11 und in Fortsetzung als Wahlfach für die 12. und 13.
Jahrgangsstufe hat das Kolleg St. Blasien seine Strategie der Einführung neuer,
moderner Lehrangebote fortgesetzt, die 1994 mit der Euroklasse begonnen wurde.
Das Mandarin-Projekt wendet sich an begabte einsatzfreudige Schüler und wird
sowohl aus der Stiftung Kolleg St. Blasien als auch aus privaten Spenden
erheblich unterstützt. Das Kolleg St. Blasien sieht in diesem Angebot nicht nur
einen konkreten Beitrag zur Entwicklung der deutsch-chinesischen Beziehungen,
sondern auch eine ausgezeichnete Möglichkeit für Schüler, sich für einen immer
schwieriger werdenden Arbeitsmarkt zu profilieren. Mit Beginn des Schuljahres
2005/06 wird nach 10 Jahren aus dem „Projekt“ ein Eckpfeiler unserer Schule.
Chinesisch wird zum regulären Fach und kann ab der 9. Klasse (im G8-Zug ab
Klasse8) als dritte Fremdsprache belegt werden.
Das Jesuitenkolleg St. Blasien ist das erste private Gymnasium in
Deutschland, das Chinesisch im Wahlbereich der Sekundarstufe II anbietet. Die
Motive für dieses ungewöhnliche Bildungsangebot liegen für das Kolleg auch in
der geopolitischen und wirtschaftlichen Bedeutung Chinas. Das Reich der Mitte
gilt als ein Schlüsselmarkt der Zukunft mit immenser Bedeutung auch für die
deutsche Wirtschaft. Ein Viertel der Menschheit lebt in China. Es geht aber
zuerst um eine herausfordernde Begegnung mit der großartigen Kultur Chinas, mit
einer ganz eigenen für uns Europäer zunächst eigenwilligen Sprache. Das Erlernen
einer tonalen Sprache und der Einblick in die chinesische Kaligraphie fördert
begabte Schülerinnen und Schüler weit über die Nützlichkeit des Spracherwerbs
hinaus.
1997 wurde mit einer Schule in Qindao ein Partnerschaftsvertrag
abgeschlossen, der das Projekt über die Pilotphase hinaus sichern konnte. Als
erste Lehrerin für das Projekt wurde die Universitätsprofessorin und Germanistin
Chang Ju Xu gewonnen, die mittlerweile ihren wohlverdienten Ruhestand angetreten
hat und wieder in ihre Heimat zurückgekehrt ist. Ihre Nachfolgerin ist Frau Dr.
Peili Wang, die mit ebensolchem Eifer und Enthusiasmus den Schülern das Fremde
zum beinahe selbstverständlich Vertrauten macht. Die Schülerzahlen der
vergangenen Jahre belegen, dass mit Frau Dr. Wang eine würdige Nachfolgerin für
Frau Xu gefunden wurde.
1999
löste die Partnerschaft mit einer Oberschule in Jiangyin die Bindung nach
Qingdao ab. Seitdem besteht hier ein reger Schüler- und Lehreraustausch. Im Jahr
2003 konnte zusammen mit der Tongji-Oberschule in Shanghai das
„Chinesisch-Projekt“ auf ein neues Niveau gehoben werden. Dort wird ebenso
engagiert Deutsch gelernt wie bei uns Chinesisch. Die Tongji-Oberschule
ermöglicht endlich auch den lang gehegten Wunsch nach einem intensiven
Sprachstudium „vor Ort“ für unsere Schülerinnen und Schüler. Ende Februar 2005
fahren 7 Schüler des Kollegs für drei Monate nach Shanghai, um dort zur Schule
zu gehen.